Mein nächstes Projekt - noch in Vorbereitung

Kraftbilder aus Lichtfilz

Das Drachenthema wird erst durch die Drachenwege (Leylines) bzw. Kraftplätze vollständig ausgelotet. Ich möchte die kraftvolle urwüchsige Natur des Nationalparks Hunsrück-Saar in textilen Reliefs aus Filz mit natürlichen Einschlüssen einfangen.

Wie fängt man die Drachenkraft der Leylines ein?  Auf meinen Spaziergängen durch das urwüchsige Mittelgebirge meiner Heimat kann ich in Ruhe den Orten der Kraft und den Energiebahnen der Erde nachspüren. Dabei möchte ich die Naturwesen und die Erde und ihre Drachenwege immer noch tiefer verstehen. Die Energie der ausdrucksstärksten Orte inspirieren mich zu meinen Drachenwegen in Filz, abstrakten oder konkreten Kompositionen in Lichtfilz® mit natürlichen Einschlüssen.

 


Ich bin noch unterwegs in der Natur, später mehr...


Drachen haben mich schon immer fasziniert. Nicht nur, weil sie angeblich mit Vorliebe Jungfrauen entführt und Schätze von Gold und Edelsteinen gehortet haben und dass ich das eigentlich nicht glauben konnte, oder weil sie groß, stark und gefährlich waren. Sie waren die Monster in vielen Überlieferungen, an fernen Orten und in religiösen Legenden. Ich habe sie vor allem mit mündlich überlieferten Geschichten und Sagen in Verbindung gebracht und gleichzeitig in entsprechenden Landschaften angesiedelt.

In den Kinderbüchern meiner Zeit kamen Drachen überhaupt nicht vor und in den örtlichen Sagen gab es sie ebenfalls nicht, da gab es nur den Förster von der Wildenburg, der dem Teufel begegnete, oder das Göttenbachmännchen und andere kleine Gruselgeschichten. Unsere Gegend muss relativ sicher gewesen sein vor Monstern, das war jedenfalls mein Eindruck als Kind. Und was man sich heute schon kaum noch vorstellen kann, ich wuchs ohne Fernsehen und Filme auf. Und ob es damals schon Kinderfilme mit Drachen gab? Ich weiß es nicht. Ich bin jedenfalls noch ganz ohne Drachenbücher und -filme aufgewachsen. Selbst das Nibelungenlied war mir seinerzeit noch nicht begegnet.


Drachen nur Fantasie?


So machte man sich seine eigenen Gedanken. Es war doch einfach nur logisch, dass Drachen der Fantasie entsprungen sein mussten.

Drachen gehörten also zu Legenden und Sagen, zu früheren Zeiten und waren wahrscheinlich nur eine Erfindung des Erzählers, so hatte ich irgendwann entschieden und damit dachte ich nicht mehr weiter über sie nach.

Später habe ich mir die Drachen als Personifizierung bzw. Interpretation von wilden Naturkräften erklärt. Und das hatte auch mit einem wild zerklüfteten Felsenkamm zu tun, den es in der Nähe meiner Heimatstadt Idar-Oberstein gab und wohin wir manchmal einen Familienausflug machten.


Der Wildenburg-Drache


Dieser lang gezogene Bergrücken, die Wildenburg, hatte es mir dann auch ganz besonders angetan. An seiner höchsten Stelle gab es ein Plateau, da ragte etwas separat vom zusammenhängenden Felsenrücken ein einzelner großer Felsblock heraus, den man gut und gerne als Drachenkopf deuten konnte. Als Kinder liebten wir es, den Höhenzug entlang zu klettern.

Doch oft hatten die uns begleitenden Erwachsenen nicht die Geduld, so lange auf uns zu warten, sie wollten den Höhenweg lieber weiter spazieren. Oder wir durften nicht oder hatten nicht die richtigen Schuhe an und es war ihnen zu gefährlich, denn auf der anderen Seite fielen die Rückenzacken des Drachen wie in einer Rutsche recht steil und weit nach unten ab. Manchmal kam man auch oben nicht mehr weiter und musste sich seinen Weg erst nach unten suchen, bevor man auf der anderen Seite den nächsten Zacken besteigen konnte.

 

Ich habe es jedenfalls nie geschafft, den Rücken des Drachen oben rüber und auf der ganzen Länge weiter zu klettern, so lang war dieser Rücken! Und die einzelnen Zacken, die nach und nach nur noch vereinzelt aus dem Boden heraus ragten, so als würde der Drache immer mehr in der Erde versinken, wurden zum Klettern dann auch noch immer ungeeigneter.

Ich habe mir dann vorgestellt, dass diese Felszacken den Rücken eines schlafenden Drachen bildeten. Und malte mir aus, wie das wäre, wenn dieser riesige Drache eines Tages aufwachen würde, sich strecken, gähnen und herzhaft brüllen. Und sich in seiner ganzen Größe zeigen. Wie groß und mächtig müsste er sein! Und wenn er dann so da oben säße und gähnte, was würde er als nächstes tun? Es musste ein sehr kraftvoller Drache sein, denn die Kraft dieses Ortes konnte ich schon als Kind ganz klar spüren. Und ich fühlte mich innig verbunden mit dieser Kraft. Es mag verwunderlich klingen, aber sie gab mir ein wenig das Gefühl von Zuhause.


Drachenlinien, Drachenwege


Ich habe wohl als Kind schon ganz klar die Leylines gespürt - die Kraftlinien der Erde, auch Drachenwege oder Drachenlinien genannt. Dort, wo sich verschiedene Kraftlinien schneiden, ist gewöhnlich ein sehr kraftvoller Ort. Und der Nationalpark Saar-Hunsrück ist geradezu voll davon! Er liegt gleich nebenan. Hier gehe ich spazieren und hole mir meine Inspiration.

Bald mehr an dieser Stelle